Das Recht auf das eigene Bild

“Hören Sie sofort auf mich zu filmen!” Die Szene des LKA-Angestellten mit Deutschland-Hut wird wohl in keinem Jahresrückblick fehlen. Der Sachse wurde, auf dem Weg zu einer Pegida-Veranstaltung, von einem ZDF-Team im Vorbeigehen gefilmt.

Da er damit aber nicht einverstanden war, beschwerte er sich lautstark bei den filmenden Journalisten und zeigte diese bei der Polizei an, da er fälschlicherweise behauptete, dass dies eine Straftat seitens des ZDF-Teams sei.

Die Polizei beschäftigte sich darauf circa 45 Minuten mit den Vorfall und hinderte so die Reporter, die von der Pegida-Veranstaltung berichteten, ihrer Arbeit nachzugehen. Wären die Polizeibeamten besser geschult gewesen, wäre es wohl gar nicht dazu gekommen.

Denn wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss immer damit rechnen, gefilmt zu werden. Und erst recht, wenn er an einer Demonstration oder sonstigen politischen Veranstaltung teilnimmt. Wäre der Betroffene einfach weitergegangen, hätten die Journalisten wohl kaum Notiz von ihm genommen, aber nachdem er sich direkt vor die laufende Kamera gestellt und lautstark protestierte, wurde er zu einer sogenannten “Person der Zeitgeschichte”.

Am Ende entschuldigte sich der sächsische Polizeipräsident sogar beim ZDF für diesen bedauerlichen Vorfall.

Vielleicht wäre es ratsam gewesen, wenn der Mann in einem normalen Gespräch einfach die Journalisten auf seine Stellung als LKA-Mitarbeiter hingewiesen hätte, der nicht gefilmt werden will.

Wann also hat man kein Recht auf das eigene Bild?

Immer dann, wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist, insbesondere bei Demonstrationen, oder bei öffentlichen Veranstaltungen aller Art, vor Sehenswürdigkeiten und so weiter. So hat etwa niemand ein Recht auf sein eigenes Bild, wenn er bei zeitgeschichtlich wichtigen Ereignissen nebenbei gefilmt wird.

Anders verhält es sich, wenn es zum Beispiel zu einem Verkehrsunfall kommt. Hier darf man als Opfer nicht gefilmt oder fotografiert werden. Zuwiderhandelnde, die diese Bilder oder Filme vielleicht sogar noch in sozialen Netzwerken veröffentlichen, können dafür bestraft werden. Obendrein kann man auch noch für die Behinderung von Hilfskräften belangt werden.