Ein Anwalt mit Spezialgebiet Hartz IV

Was passiert wenn man es sich als Anwalt zur Aufgabe macht, gegen Hartz IV-Bescheide zu klagen? Man bekommt Berufsverbot. Das ist dem Anwalt Thomas Lange passiert.

Über mehrere Jahre hat Thomas Lange den Mitarbeitern in den Jobcentern das Leben schwer gemacht, weil er gegen deren geklagt hatte. Der Brandenburger war überzeugt davon, dass viele Hartz-IV-Bescheide fehlerhaft seien. Daher ging er gegen jeden einzelnen Bescheid seiner Mandanten vor, solange die Frist noch nicht abgelaufen war.

Wenn seine Beschwerden dann vom zuständigen Jobcenter nicht in der gesetzlichen Frist bearbeitet wurden, klage er weiter gegen Untätigkeit. Für die Mandanten vielen keine Kosten an, denn sie hatten alle einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Besonders das Sozialgericht Cottbus und das Jobcenter Oberspreewald brachte der Anwalt mit seiner Hartnäckigkeit in Bedrängnis. Die Mitarbeiter wurden beinahe unfähig zu arbeiten und es mussten neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Das gab dem Brandenburger Anwaltsgericht allen Grund dazu, im Dezember vergangenen Jahres für Thomas Lange ein Berufsverbot zu fordern. So hieß es, dass der Anwalt in einem gravierenden Umfang gegen die wichtigsten Pflichten des Berufsrechts eines Anwalts verstoßen habe, sodass es unzumutbar wäre, wenn er seine Tätigkeit weiterführen würde.

Natürlich ließ Thomas Lange sich das nicht einfach so gefallen und stritt die Vorwürfe als haltlos ab. Außerdem legte er einen Widerspruch gegen das Berufsverbot ein.

Ein Verfahrensfehler kam dem Anwalt zugute, dadurch darf er nun seine Tätigkeit wieder fortführen. Lange, der seine oft erfolglosen Klagen in erster Linie wegen der widersprüchlichen Bestimmungen der sogenannten Hartz IV-Gesetze führt, hat angekündigt, weiterhin gegen Hartz-IV-Bescheide klagen zu wollen.

Er berichtet, dass viele seiner Mandanten von den Jobcentern wie Schwerverbrecher behandelt werden, auch wenn sie ihren Job verloren haben. Angeblich würden einzelne Leistungen und Zuschüsse willkürlich gekürzt.

Der Anwalt will damit nicht nur seinen Klienten helfen, sondern auch bundesweit ein noch größeres Aufsehen für die Missstände in Harz-IV erregen, um die seiner Meinung nach unzumutbaren Regelungen zu kippen.